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SCIENCE TALKS

Robert Trappl: Programming for Peace - was Artificial Intelligence Ansätze zur Bewältigung bewaffneter Konflikte beitragen können

Science Talk spezial, Do. 23.11.2006, 19.30 Uhr, Neue Galerie Graz

Als zu Beginn der Neunzigerjahre der Balkan-Konflikt ausbrach, wurde bald der Ruf nach einer Militär-Intervention der internationalen Gemeinschaft laut. Doch bekanntlich blieb diese aus - auch deshalb, weil nicht wenige Experten ein "neues Vietnam" befürchteten.

Bereits damals vertrat der Artificial Intelligence Forscher Robert Trappl die Ansicht, dass der Vergleich mit Vietnam fehl am Platz wäre. Einfach, weil der Konflikt einen ganz anderen Charakter hätte: Würde man ihn mit anderen Konflikten und deren Kontext vergleichen, gäbe es eher eine Ähnlichkeit mit dem Münchner Abkommen; also mit einer Entscheidung und Situation, auf die ein Vernichtungskrieg und ein Völkermord folgten. Mit Vietnam hingegen, so Trappl schon zu Beginn des Balkan-Krieges, hätte das ganze bei genauerer Betrachtung nicht viel zu tun.

Basis für diese, wie man im Nachhinein weiß, sehr zutreffende Prognose war eine Arbeit, die Trappl zusammen mit ForschungskollegInnen aus aller Welt vor rund 20 Jahren begonnen hat: U.a. mit Hilfe von Datenbanken, DataMining und Mustererkennung sollen bewaffnete Konflikte analysiert werden; und zwar daraufhin, ob und wie sie anderen, schon abgeschlossenen Konflikten gleichen. Auf diese Weise soll herausgefunden werden, welche Konflikt-Entwicklung wahrscheinlich ist. Wie auch entscheidbar gemacht werden soll, welche Strategie am ehesten zur Beendigung des Konflikts beiträgt.

"Programming for Peace" (so auch der Titel eines unlängst von Robert Trappl herausgegebenen Buches) ist deshalb von politischer Relevanz. Weshalb Robert Trappl in einem ScienceTalk Spezial über dieses berichten wird.


Robert Trappl:

Robert Trappl ist Professor für Medizinische Kybernetik und Artificial Intelligence an der Wiener Medizinischen Universität und Leiter des Österreichischen Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz in Wien. Er hat mehr als 150 Artikel publiziert und ist Autor, Co-Autor bzw. Herausgeber von 31 Büchern. Zu letzteren gehören etwa "Emotions in Humans and Artifacts", MIT Press 2003, "Cybernetics and Systems", 2004, oder "Programming for Peace", Springer Dordrecht, 2006.

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