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Neue Galerie Graz SCIENCE TALKS |
Ilka Quindeau: Psychoanalytischer (Klinik-)Alltag, 4: Jean Laplanches Verführungstheorie und ihre Folgen Science Talk 10, Mi. 13.12.2006, 19.30 Uhr, Neue Galerie Graz, Salon Mit seiner Verführungstheorie hat Jean Laplanche die Psychoanalyse erneuert:
Sexualität ist nun kein biologisches Phänomen mehr, sondern etwas, das man als Mensch
gleichsam "eingepflanzt" bekommt. Laplanches Vorstellung zur Folge erhält das
kleine Kind von seinen erwachsenen Bezugspersonen stets auch sexuelle Botschaften, die es
nicht verstehen kann; etwa von der Mutter, die den Säugling stillt. In der Stillsituaton
wird nämlich nicht nur das Bedürfnis des Säuglings nach Nahrung befriedigt; letzterer ist
auch mit dem unbewussten Begehren der Mutter konfrontiert, das wiederum mit der Brust in
Verbindung steht. Ein "Mehr" an Inhalt dringt so in die vielschichtige
Kommunikation von Mutter und Kind ein, das vom Kind jedoch nicht vollständig verarbeitet
werden kann. Dieser unverarbeitete Rest, so Laplanche, konstituiert das Unbewusste und
damit die Sexualität des Kindes. |
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Ilka Quindeau: | |
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Ilka Quindeau, Dr. phil. habil., ist Diplom-Psychologin, Diplom-Soziologin und Psychoanalytikerin (DPV/IPV). Sie arbeitet als Professorin für Klinische Psychologie und Psychoanalyse an der Fachhochschule Frankfurt und in eigener Praxis. Zu Ilka Quindeaus Arbeitsschwerpunkten gehören die psychoanalytische Theoriebildung (Erinnerung, Trauma, das Unbewusste, Fremdheit, Begehren, Sexualität), die Geschlechterforschung, individuelle und gesellschaftliche Folgen des Nationalsozialismus (v.a. Extremtraumatisierung, aktuelle gesellschaftliche Diskurse), der Antisemitismus sowie die psychoanalytische Filminterpretation. |
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