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SCIENCE TALKS

Die Zeiten kritikloser Wissenschaftsgläubigkeit sind ebenso vorüber wie jene radikaler Wissenschaftskritik: Wissenschaft ist Alltag geworden. Als solcher stellt sich der Wissenschaft jedoch ein vordringliches Problem: Sie will und muss von der so genannten Öffentlichkeit, für die sie Alltag ist, verstanden werden. Umgekehrt hat sie sich auch darum zu bemühen, die Öffentlichkeit und ihre Anliegen zu verstehen. Denn nur so ist eine sinnvolle Entwicklung für beide Seiten möglich.

Die Science Talks der Neuen Galerie wollen zu diesem wechselseitigen Verstehen beitragen: Alle zwei Monate stellen sich renommierte Wissenschafterinnen und Wissenschafter sieben Moderatoren-Fragen, die es ihnen erlauben, von ihren Forschungsergebnissen zu erzählen und sie so nachvollziehbar zu machen. Das Publikum als Repräsentanz von Öffentlichkeit hat wiederum die Möglichkeit, deren Bedenken, Kritik und Wünsche an die Forscherinnen und Forscher heranzutragen.

Konzept und Moderation: Christian Eigner
Veranstaltungsort: Neue Galerie Gelber Salon

ScienceTalks 2007: Ungleichheit, Unterschicht, Untergang. Zur aktuellen sozialen Situation

In den vergangenen 10 Jahren wurde mit Vorliebe über eines diskutiert - nämlich darüber, wie die Globalisierung in ihren verschiedensten Ausprägungen die Welt verändert. Von Anfang an war diese Diskussion dabei auch eine kritische Diskussion: Wie, so lautete eine der immer wieder gestellten Fragen, würde die Globalisierung auf den Sozialstaat wirken? Müsste man angesichts von hochmobilem Kapital, flexibilisierter Arbeit und abwandernden Firmen nicht um dessen Existenz bangen?

Mittlerweile scheint diese Globalisierungs-Diskussion seltsam überholt. Denn wie immer deutlicher wird, ist auch in den reichen westlichen Gesellschaften längst eine neue "Ungleichheit" zwischen Arm und Reich entstanden, deren Wurzeln offensichtlich bis weit in die Siebzigerjahre zurückreichen. Viel weniger scheint sich seither verändert zu haben, als etwa der postmoderne Diskurs glauben machen wollte: Zwar hat dieser etwa fleissig die Auflösung von Klassenunterschieden beschworen; de facto dürfte aber gerade die Kategorie "Klasse" entscheidend dazu beitragen, dass nun sogar vom Enstehen einer neuen "Unterschicht" gesprochen werden kann.

Was treibt also die westlichen Gesellschaften wirklich an? Wer oder was sorgt dafür, dass sozialer Abstieg und Ungleichheit heute wieder ein Thema sind? Welche Kräfte spielen hier zusammen? Diesen Fragen wird im Rahmen der ScienceTalks 2007 nachgegangen, die damit - nach der Psychoanalyse im Jahr 2006 - die sozialwissenschaftliche Forschung in ihr Zentrum rücken. Auch, weil in dieser eben Ungleichheit und Unterklasse in den vergangenen Monaten zu einem "Megathema" geworden sind.



ScienceTalks 2006: Psychoanalytischer (Klinik-)Alltag

Die ScienceTalks der Neuen Galerie Graz finden ihre Fortsetzung. 2006 jährt sich der Geburtstag Sigmund Freuds zum 150. Mal. Ein Anlass, daran zu erinnern, dass die Psychoanalyse aus der heutigen klinischen Praxis nicht wegzudenken ist. Und dass die Pro- und Kontra-Diskussionen über Freud und seine Nachfolger zu einem guten Teil (nostalgische) "akademische" und "mediale" Diskurse sind.

Am besten lässt sich dieser "Sichtwechsel" dadurch bewerkstelligen, dass die klinische Praxis gezielt in den Mittelpunkt gerückt wird: In den ScienceTalks 2006 sollen deshalb PsychoanalytikerInnen über ihre Arbeit berichten und über die Theorien, zu denen sie diese Arbeit geführt hat. Geladen werden zu den vier Talks, die im März und Mai bzw. im September und November stattfinden, dementsprechend PsychoanalytikerInnen, die aus ihrer praktischen (klinischen) Arbeit zu neuen und interessanten Positionen gefunden haben, die wiederum für die psychoanalytische Arbeit generell "paradigmatisch" sind oder aber gerade kritisch diskutiert werden.

 
Borromäische Ringe
Foto:  Rob Scharein


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