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Die Auseinandersetzung mit der nationalen Vergangenheit fand sowohl
in Australien wie auch in Österreich nur verspätet und
marginal statt. Die Geschehnisse der Zwischenkriegszeit und des
Dritten Reiches unterlagen einem Verdrängungsprozess, gekoppelt
mit dem Verlust der österreichischen Identität, der
durch die traumatische Erfahrung des Zusammenbruchs des k.k.-Imperiums
verursacht wurde. Mit diesem Schicksal der Identitätslosigkeit
ist auch das Schicksal der Moderne in Österreich verbunden.
Der Wiener Aktionismus der 60er Jahre z.B. kann als Reaktionsbildung,
als negativ besetzte Wiederkehr des Verdrängten, gelesen
werden. Die Avantgarde zu Ende der 90er Jahre beschäftigt
sich mit neuen narrativen Möglichkeiten und definiert einen
Realitätsbegriff, bei dem es vor allem um den fiktiven Anteil
bei der Konstruktion des Wirklichen, um Erinnerung und Utopie
als Aktanten der Gegenwart geht.
Vor dem Hintergrund der Ausstellung "Telling Tales"
versucht das Symposion einen Dialog zu initiieren. Es stellt sich
die Frage, wie wir als Person und als Gesellschaft auf traumatische
Erfahrungen reagieren und wie wir mit unserer Erinnerung umgehen.
Künstler und Experten aus verschiedenen Disziplinen (Literatur,
Psychoanalyse, Philosophie) werden dieses Problemfeld durchleuchten.
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