OTTO BECKMANN (1908-1997)
Zwischen Mystik und Kalkül

Otto Beckmann. Zwischen Mystik und Kalkül
Otto Beckmann, Gerd Koepf: Lasergrafik, 1970

Kuratoren: Peter Peer, Peter Weibel

Eröffnung durch LHStv. Dr. Kurt Flecker: Fr, 19. September 2008, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 20.09. - 23.11.2008
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr
Ausstellungsort: Neue Galerie 2. Stock

Mit Otto Beckmann würdigt die Neue Galerie einen Künstler, der seine Bedeutung vor allem seiner Rolle als Pionier der Computerkunst verdankt. Bereits in den dreißiger Jahren entwickelte er erste Gedanken zur künstlerischen Formgebung auf Basis mathematischer Methoden, wobei sein Hauptaugenmerk auf der praktischen Anwendung von Algorithmen lag. 1966 rief er die Arbeitsgruppe "ars intermedia" ins Leben, die sich vorwiegend mit Computerkunst befaßte. Beckmann nahm an wegweisenden Ausstellungen teil (u. a. an den Ausstellungen der "Tendencije"-Reihe in Zagreb), pflegte Kontakte mit zahlreichen anderen Protagonisten der Computerkunst, so beispielsweise mit Marc Adrian, Kurt Alsleben, Frieder Nake, Georg Nees, um nur einige zu nennen.

Für Beckmann ebenso bezeichnend war jedoch auch ein metaphysisches Weltverständnis, wobei die Mathematik für ihn einen Weg darstellte, verborgene, verdeckte Strukturen hinter allem Sichtbaren aufzuspüren. U. a. beschäftigte sich Beckmann intensiv mit der Gnosis und den Lehren des Neuplatonismus und der Pythagoreer. Eine Kunst, die sich allein in technischen Verfahren und Methoden verliert, hat ihn nicht interessiert. So betrachtete er auch den Computer als "evokatives Kunstinstrument", mit dessen Hilfe er die Gesetzmäßigkeiten des Kosmos zu ergründen suchte.
 
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