Ein Abend mit Else Pappenheim

  Else Pappenheim und ihr Mann Stephen Frishauf
Abbildung: Else Pappenheim und ihr Mann Stephen Frishauf
Foto: Trude Fleischmann

Die Psychoanalytikerin Else Pappenheim im Gespräch mit Bernhard Handlbauer

Zeit: Mi. 13.10.2004, 19 Uhr
Ort: im Spiegelsaal der Neuen Galerie


Anlässlich der Präsentation des Buches Else Pappenheim. Hölderlin, Feuchtersleben, Freud. Beiträge zur Geschichte der Psychoanalyse, der Psychiatrie und Neurologie, Bernhard Handlbauer (Hg.), Nausner & Nausner Verlag, Graz 2004.
Einführung: Christian Eigner, Nausner & Nausner Verlag

Else Pappenheim (geboren 1911 in Salzburg) ist wohl das letzte noch lebende Mitglied des berühmten Wiener Psychoanalytischen Instituts, das vor dem Zweiten Weltkrieg in der Berggasse angesiedelt war. Sie studierte von 1929 bis 1935 Medizin, arbeitete anschließend als Sekundarärztin an der neurologisch-psychiatrischen Klinik unter Prof. Otto Pötzl und begann eine Ausbildung an besagtem Institut.
Nach Hitlers Einmarsch wurde Else Pappenheim entlassen. Sie emigrierte 1938 in die USA, wo sie zunächst bei Prof. Adolf Meyer an der John Hopkins Universität in Baltimore tätig war. 1941 übersiedelte sie nach New York, unterrichtete an verschiedenen Universitäten und arbeitete als Neuropsychiaterin und Psychoanalytikerin an mehreren Krankenhäusern und in freier Praxis.

Im Exil entstanden die meisten ihrer Schriften, in denen sie u.a. als Zeitzeugin die Emigration der Psychoanalyse schildert. Mit diesen Berichten hat Else Pappenheim ein einzigartiges Stück Wissenschaftsgeschichte geschrieben, da vergleichbare Schilderungen nicht existieren. Zudem nehmen viele ihrer Arbeiten Bezug auf die österreichische Kultur-, Medizin- und Zeitgeschichte wie auf ihre vielseitige intellektuelle Prägung im Wien der Zwischenkriegszeit.

Zusammen mit dem Salzburger Psychoanalytiker Bernhard Handlbauer, der im Frühjahr 2004 im Grazer Nausner & Nausner Verlag ihre Schriften herausgegeben hat (Else Pappenheim. Hölderlin, Feuchtersleben, Freud. Beiträge zur Geschichte der Psychoanalyse, der Psychiatrie und Neurologie) ist die Autorin eingeladen, einen Abend lang ihre Erinnerungen an die neuropsychiatrische und psychoanalytische Ausbildung in Wien, an die Wiener Sekundarzeit, an Stationen der Emigration und an die "Amerikanisierung" der Psychoanalyse zu schildern. Was Else Pappenheim gerne und nicht ohne ironischen Unterton tut.

© Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Sackstraße 16, A-8010 Graz - Austria; Öffnungszeiten: Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr; Tel.: (+43) 0316 / 829155, Fax: (+43) 0316 / 815401, e-mail: neuegalerie@stmk.gv.at.   Website-Betreuung: INTERNET Studio-Isser