Monographie Oswald Oberhuber   Oswald Oberhuber, Mutazione Permanente Veränderung
Mutazione Permanente Veränderung

Die Autorin Ursula Riederer im Gespräch mit dem Künstler.

Termin: Do. 22.01.2004, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort: im Spiegelsaal der Neuen Galerie

Begrüßung: Christa Steinle, Leiterin der Neuen Galerie



Die Gesamtheit des Universums Oberhuber kann und soll nicht zwischen zwei Buchdeckeln abgehandelt werden, aber die Vielschichtigkeit, Leichtigkeit und Offenheit seines Denkens und Schaffens soll amüsant skizziert nachvollziehbar gemacht werden. Das vorliegende Buch ist eine Biografie als Patchwork, eine Abfolge von Blitzlichtern und Schlaglöchern, es ist ein Erinnern mit gleichzeitiger Reflexion darüber. In thematisch gereihten Gesprächen entsteht ein Lebensbild Oswald Oberhubers, das gleichzeitig sein Weltbild und sein Kunstbild ist, das aber im Sinne seiner Theorie der permanenten Veränderung, kein retrospektiv abgeschlossenes Bild sein kann, sondern ständiger Gegenwartsbezug in Konfrontation mit historischen Tatsachen.

Was Oswald Oberhuber anderen Künstlern gegenüber auszeichnet, paradoxerweise aber auch benachteiligt, ist seine permanente Geistigkeit. Sie hat ihn dazu getrieben, als Rektor der Hochschule für angewandte Kunst und als Leiter der Galerie nächst St. Stephan die Entwicklung der österreichischen Kunst maßgeblich voran zu treiben. Durch unzählige Ausstellungen, Publikationen, Vorträge, durch seine Sammeltätigkeit für die Hochschule und andere öffentliche Institutionen hat er ein vitales Geistesklima ermöglicht. Sein sicheres Urteil für Qualität und seine Entscheidungsfähigkeit haben ihn dazu getrieben, festgefahrene Vorstellungen des Kunstdiskurses zu hinterfragen und Übersehenes sichtbar zu machen. Darüber hat er meist auf sich selbst vergessen, auf die Repräsentation des eigenen Oeuvres.

Seine ständige Reflexion über Kunst und Kunstgeschichte, schon seit seinen frühesten Jugendtagen, hat Oberhuber zu einem der ersten Informellen in Österreich werden lassen, zum Erfinder der informellen Plastik, und hat ihn dann zur Formulierung der Theorie der "Permanenten Veränderung" in der Kunst gebracht. Diese Theorie - eine Vorwegnahme postmodernen Denkens - ist der geistige Hintergrund für sein Oeuvre. Für dieses akzeptiert er keine Einschränkungen durch Zuordnungen von Stilen, Entwicklungen, Themen, Techniken sondern nur die Freiheit von allen Fesseln und ein Ziel: "das Durchbrechen der Schallmauer".

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